Die ideale Geräuschkulisse

Am liebsten schreibe ich zu Hause. Hier ist es still und ruhig und kann ich mich am besten konzentrieren. Am allerliebsten sitze ich in der Küche am Esstisch. Wenn ich mit einem Text einfach nicht weiterkomme, kann ich frischen Tee nachschenken oder ein paar Kekse holen, ohne dass ich allzu sehr abgelenkt werde. Aber das schönste ist: ich bin nicht alleine. Im Vogelhäuschen neben dem Küchenfenster brüten gerade Kohlmeisen. Die kleinen Kerlchen sind den lieben langen Tag damit beschäftigt, Essen für ihre Brut herbeizuschaffen. Und so flattern Papa und Mama Meise emsig hin und her während ich fleißig tippe.

Es gibt allerdings auch Tage, an denen mir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Es ist einfach viel zu still! Besonders schlimm ist es, wenn ich mit relativ langweiligen Passagen beschäftigt bin. Heute zum Beispiel habe ich die Sitzungsprotokolle des Pariser Gemeinderats aus den Jahren 1873 bis 1879 durchgenommen und Notizen gemacht: Wer hat wann was gesagt? Wann wurden welche Beschlüsse gefasst? Wie wurden diese Entscheidungen umgesetzt? Meistens schreibe ich eine lange Zusammenfassung im Stil von “erst… dann… und dann… und dann… und dann… schließlich… schlussendlich…” als Grundlage für den eigentlichen Text.

Zugegeben, nicht gerade die spannendste Materie, aber ein notwendiges Übel.

Kein Wunder, dass ich schnell abgelenkt bin. Doch noch einen Tee trinken, obwohl mir die Blase fast schon platzt? Oder schnell die Wäsche in die Maschine schmeißen, damit sie abends trocken ist? Leider hilft es auch wenig, ins Büro zu gehen, weil ich dann viel lieber mit Kollegen plausche.

Vor einigen Monaten habe ich glücklicherweise Coffitivity entdeckt. Das ist eine Webseite auf der Kaffeehausgeräusche in Endlosschleife laufen (es gibt übrigens auch eine gratis App). Mit klappernden Tassen, Stimmengewirr und quietschenden Stühlen im Hintergrund schreibt es sich in solchen Momenten viel leichter.

Eine andere Alternative ist Noisli. Diese Webseite bietet einem sogar verschiedene Geräuschkulissen, von Caféatmosphäre, Eisenbahnrattern oder Meeresrauschen bis zum Herbststurm und dem Rascheln von Blättern im Wind.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Und ganz wichtig: das Schreiben nicht vergessen!

 

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