Revidier, revidier, revidier!

Weder Meister noch Autoren fallen aus dem Himmel. Wer ein erfolgreicher Texteschreiber werden will, dem bleibt nichts anderes übrig, als fleißig zu üben. Das gilt für Romanciers genauso wie für Autoren von Sachtexten oder Blogs. Die Worte zu Papier zu bringen ist allerdings nur der erste Schritt. Noch viel wichtiger ist es, diesen unbearbeiteten Wortebrei zu überdenken und zu verbessern. Revision ist eines der Geheimnisse guter Schriftsteller!

Hier sind fünf einfache Tipps, mit denen ihr jeden Text verbessern könnt:

 

   1. Den Text gehen lassen

Texte sind wie Hefeteig: Für einen lockeren und luftigen Kuchen muss der Teig vor jedem Verarbeitungsschritt genug Zeit bekommen, um zu ruhen und zu wachsen. Leider fehlt uns dafür im hektischen Alltagsleben meistens die Muße. Wir hetzen uns von Deadline zu Deadline und versuchen zwischendurch allen anderen Verpflichtungen nachzukommen. Oft ist es dann verlockend, einen Blogtext zu tippen, schnell noch einmal durchzulesen und sofort zu publizieren. Aber auch wenn wir den heißen Atem eines Abgabetermins im Nacken fühlen, ist es sinnvoll den Text wenigstens ein paar Stunden liegen zu lassen. Noch besser wäre es, ihn eine Nacht zu überschlafen. Durch den zeitlichen Abstand können wir Fehler, die uns in der Eile entgangen wären, leichter erkennen. Wie oft schütteln wir nicht den Kopf über die dümmsten Unachtsamkeiten, wenn wir einen Text nach einiger Zeit noch einmal lesen? Wer so etwas nicht noch einmal erleben will, sollte seine Schreibsel also etwas gehen lassen.

 

   2. Laut vorlesen

Es hilft auch, sich den Text selbst laut vorzulesen. Beim Hören der eigenen Stimme nimmt man automatisch die Rolle des Lesers ein und es fällt einem direkt auf an welchen Stellen der Lesefluss stockt, der Satzbau undeutlich ist oder die allgemeine Struktur für Verwirrung sorgt.

 

   3. Was wollen wir eigentlich sagen?

Nur selten gelingt es uns, das, was wir eigentlich ausdrücken wollen, im ersten Anlauf zu formulieren. Meistens müssen wir uns erst den Ballast von der Seele schreiben oder uns im Kreise drehen und um den heißen Brei herumreden, bevor wir zum eigentlichen Punkt kommen. Kein Wunder, dass der Abschnitt, der genau das ausdrückt, was wir eigentlich sagen wollen, sich darum meistens im letzten Paragrafen versteckt. Wenn wir diese Textstelle an den Anfang stellen und als Ausgangspunkt gebrauchen, wird dem Leser – und uns selbst – unmittelbar klar, worum es in dem Text geht.

 

   4. Wiederholungen

Jetzt, da wir unser zentrales Anliegen klar und deutlich formuliert haben, können wir alle repetitiven Anläufe streichen. Jeder Satz sollte den Text inhaltlich weiterführen oder einen Punkt, der bereits erwähnt wurde, erläutern. Es ist nicht nötig, dem Leser eine Idee oder ein Argument mehrmals, sei es auch in verschiedenen Variationen und Wortlauten, einzuhämmern.

 

   5. Kill your Darlings

Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich unsere literarischen Lieblinge entfernen. Das sind alle Passagen, die zwar ganz toll geschrieben sind oder interessante Ideen zum Ausdruck bringen, aber leider nicht in den Text passen. Wer sich nur ungern von seinen Darlings verabschiedet, kann sie in sein Notizbuch übertragen und zu einem späteren Zeitpunkt als Beginn für einen anderen Text gebrauchen.

Viel Spaß beim Schreiben und beim Revidieren!

 

 

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